Amiva: Warum Verantwortung auch in der Telekommunikation zählt

Oktober 21, 2026

Seit April 2025 ist Amiva B Corp™ zertifiziert. Am 30. September 2026 haben wir unsere Rezertifizierung erfolgreich abgeschlossen. Für uns ist das ein guter Anlass, zurück und gleichzeitig nach vorn zu schauen: Was hat sich seit der ersten Zertifizierung verändert? Was haben wir gelernt? Und was bedeutet Verantwortung in einer Branche, die wir alle täglich nutzen?

Normalerweise erfolgt die Rezertifizierung bei B Corp alle drei Jahre. Durch die neuen regulatorischen Anforderungen und die weiterentwickelten Standards von B Lab standen wir schon nach einem Jahr erneut vor diesem Prozess. Natürlich war eine erneute intensive Prüfung nach so kurzer Zeit mit zusätzlichem Aufwand verbunden.

Trotzdem halten wir diese Entwicklung für richtig. Wenn verantwortungsvolles Wirtschaften ernst genommen werden soll, müssen sich auch die Maßstäbe weiterentwickeln. Verantwortung ist kein statischer Zustand, sondern lebt davon, regelmäßig genauer hinzuschauen, Bestehendes zu hinterfragen und dazuzulernen. Genau das war auch unser Antrieb für die Zertifizierung. Wir wollten keinen eigenen Maßstab definieren, sondern uns an einem messen lassen, der über das eigene Unternehmen hinausgeht.

 

„Wir wollten einen ehrlichen Blick von außen. Einen, der uns bestätigt, aber auch zeigt, wo wir uns weiterentwickeln können.“ – Steffen von Alberti, Co-Inhaber Amiva.

Warum B Corp für uns relevant ist

Die Idee hinter B Corp ist einfach und gleichzeitig weitreichend: Unternehmen tragen Verantwortung für alle, die von ihrem Handeln betroffen sind, von Kund:innen und Mitarbeitenden über Partner bis hin zu Gesellschaft und Umwelt. Dieser Anspruch verändert auch den Blick auf unternehmerische Entscheidungen: Es geht nicht nur um Effizienz oder Wachstum, sondern auch um die Frage, welche Auswirkungen das eigene Handeln hat.

Als Telekommunikationsanbieter bewegt sich Amiva in einem Bereich, der für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag gehört. Gerade deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf die Auswirkungen von Mobilfunk.

Der unsichtbare Impact unseres digitalen Alltags

Wir alle nutzen täglich mobile Daten. Wir streamen, arbeiten unterwegs, schicken Nachrichten, laden Inhalte herunter. Tatsächlich steckt dahinter eine Infrastruktur, die Energie verbraucht und Ressourcen bindet. Mobilfunknetze, Rechenzentren und Endgeräte benötigen Strom, oft rund um die Uhr.

Dazu kommt die Hardware: Smartphones bestehen aus Rohstoffen wie Lithium, Kobalt oder seltenen Erden. Ihre Gewinnung und Verarbeitung benötigen Energie und Ressourcen und können ökologische und soziale Auswirkungen haben. Dennoch werden viele Geräte schon nach wenigen Jahren ersetzt.

Die Telekommunikationsbranche steht insgesamt an einem spannenden Punkt: Datenvolumen steigen, Technologien entwickeln sich weiter, digitale Anwendungen werden immer selbstverständlicher. Trotzdem ist Telekommunikation ein Bereich unseres Alltags, der in Nachhaltigkeitsdebatten zu kurz kommt.

Unser Ansatz: Wirkung dort, wo sie entsteht

Für uns war früh klar, dass wir nicht nur über Auswirkungen sprechen wollen, sondern genauer hinschauen möchten, wo wir als Unternehmen selbst ansetzen können.

Dazu gehört zunächst, die eigenen Emissionen zu kennen. Gemeinsam mit ClimatePartner erfassen wir seit 2022 die Treibhausgasemissionen unseres Geschäftsbetriebs und unserer Produkte. Das hilft uns, einen besseren Überblick zu bekommen und zu erkennen, an welchen Stellen wir ansetzen können. Zusätzlich finanzieren wir im Rahmen der Zusammenarbeit zertifizierte Klimaschutzprojekte.

Darüber hinaus engagieren wir uns im Bereich erneuerbare Energien. Seit 2024 investieren wir in Windkraft. Gestartet sind wir mit einem Investment über WIWIN in ein Windkraft-Repowering-Projekt im Nordpfälzer Bergland. Die Investitionshöhe orientierte sich an unserem eigenen Stromverbrauch und an dem der Mobilfunknutzung unserer Kund:innen. Seit September 2026 halten wir 1.266 Geschäftsanteile an der Prokon Regenerative Energien eG. Dividenden aus diesen Anteilen nutzen wir für den Erwerb weiterer Prokon Anteile. So führen wir unser Engagement für Windkraft langfristig fort.

Ein weiterer Bereich ist die Hardware. Längere Nutzungszyklen, reparierbare Geräte und refurbished Smartphones können dazu beitragen, bereits produzierte Geräte länger zu nutzen und so Ressourcen zu schonen sowie Elektroschrott zu vermeiden.

Das sind keine perfekten Lösungen, aber konkrete Schritte, die zeigen, dass sich auch in einer etablierten Branche neue Wege gehen lassen.

Warum gerade Mobilfunk ein Hebel sein kann

Verantwortungsbewusstes Handeln wirkt oft groß und komplex. Viele Maßnahmen erscheinen kompliziert oder mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Bei Mobilfunk gehört die Wahl des Anbieters ohnehin zu den Entscheidungen, die Privatpersonen und Unternehmen regelmäßig treffen.

Dabei können neben Preis, Netz und Datenvolumen auch andere Kriterien eine Rolle spielen: Wie geht ein Anbieter mit den Auswirkungen seines Geschäftsbetriebs um? Erfasst er seine Emissionen? Welche Maßnahmen setzt er im eigenen Unternehmen um? Und lässt er sich dabei auch von außen überprüfen?
Gerade für Unternehmen kann Mobilfunk ein einfacher Ansatzpunkt sein, um Verantwortung im Arbeitsalltag mitzudenken, ohne große personelle oder finanzielle Rssourcen zu binden.

Unser Fazit 

Was sich durch B Corp für uns besonders verändert hat, ist das Gefühl, nicht allein zu sein. Wir sind Teil einer Community von Unternehmen, die Verantwortung in ihren Geschäftsmodellen verankern und bereit sind, sich daran messen zu lassen.

„Die Zertifizierung ist kein Endpunkt, sondern ein Versprechen zur kontinuierlichen Verbesserung.“ Dieser Gedanke begleitet uns seither und hilft dabei, die eigenen Ansprüche realistisch einzuordnen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, besser zu werden. Wie können wir Auswirkungen messbar machen? Wo können wir als Unternehmen konkret ansetzen? Und wie schaffen wir es, Verantwortung auch in alltäglichen Entscheidungen mitzudenken?

Gerade dieser letzte Punkt ist für uns zentral. Denn Veränderung wird leichter, wenn sie verständlich, zugänglich und im Alltag umsetzbar ist.

Daran arbeiten wir weiter. Schritt für Schritt und mit dem Anspruch, Verantwortung in einem Bereich zu übernehmen, der uns alle betrifft und den wir jeden Tag nutzen. Es geht für uns dabei weniger um Zertifikate oder Siegel als um die Frage, wie sich Telekommunikation verantwortungsvoller gestalten lässt und wie wir zeigen können, dass es auch anders geht.

Unsere wichtigsten Learnings 

    1.Wirkung beginnt im Alltag

    Die größten Hebel liegen oft in Bereichen, die wir täglich nutzen, wie Mobilfunk.

    2.Einfachheit ist entscheidend

    Veränderungen lassen sich leichter umsetzen, wenn die Hürden möglichst niedrig sind.

    3.Transparenz hilft beim Weiterkommen

    Ein externer Blick bringt Klarheit, auch wenn er manchmal unbequem ist.

    4.Perfektion ist kein Ziel

    Es geht darum, besser zu werden. Schritt für Schritt.

    5.Veränderung braucht Tempo und Geduld zugleich

    Standards entwickeln sich weiter. Gleichzeitig brauchen echte Veränderungen Zeit.

Amiva - Stroth Holding GmbH

Amiva ist ein inhabergeführter und nachhaltiger Telekommunikationsanbieter aus Düsseldorf. Mit einem Team aus rund 50 großartigen Menschen machen wir Mobilfunk und Glasfaser jeden Tag ein Stück fairer und nachhaltiger. Weil jede kleine Veränderung zählt – und gemeinsam geht noch viel mehr!

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