Ein Jahr B Corp bei Amiva: Warum Verantwortung auch in der Telekommunikation zählt

April 7, 2026

Seit einem Jahr ist Amiva Teil der B Corp-Community. Das hat unseren Blick für unsere Verantwortung als Unternehmen geschärft und für eine Branche, die im Alltag oft unsichtbar bleibt, aber spürbare Auswirkungen auf Umwelt und Ressourcen hat: Mobilfunk. Zeit für eine Zwischenbilanz und ein genaueres Hinsehen.

Ein Jahr nach unserer B Corp-Zertifizierung fühlt sich vieles vertraut an und gleichzeitig neu an. Vertraut, weil sich unser Anspruch nicht verändert hat. Neu, weil wir heute klarer sehen, wo wir stehen und was vor uns liegt.

Die Zertifizierung ist kein Ziel, das man einmal erreicht und dann abhakt. Sie ist eher ein gemeinsamer Rahmen, der Orientierung gibt und uns regelmäßig herausfordert, genauer hinzuschauen. Genau das war unser Antrieb, diesen Weg zu gehen. Wir wollten keinen eigenen Maßstab definieren, sondern uns an einem messen lassen, der über das eigene Unternehmen hinausgeht.

 

„Wir wollten einen ehrlichen Blick von außen. Einen, der uns bestätigt, aber auch zeigt, wo wir uns weiterentwickeln können.“ – Steffen von Alberti, Co-Inhaber Amiva.

Warum B Corp für uns relevant ist

Die Idee hinter B Corp ist einfach und gleichzeitig weitreichend: Unternehmen tragen Verantwortung für alle, die von ihrem Handeln betroffen sind, von Kund:innen und Mitarbeitenden über Partner bis hin zu Gesellschaft und Umwelt. Dieser Anspruch verändert auch den Blick auf unternehmerische Entscheidungen: Es geht nicht nur um Effizienz oder Wachstum, sondern auch um die Frage, welche Auswirkungen das eigene Handeln hat.

Als nachhaltiger Mobilfunkanbieter bewegt sich Amiva in einem Bereich, der für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag gehört. Mobilfunk ist selten das Erste, woran man denkt, wenn es um nachhaltige Entscheidungen geht. Gerade deshalb sehen wir darin einen relevanten Hebel.

Der unsichtbare Impact unseres digitalen Alltags

Wir alle nutzen täglich mobile Daten. Wir streamen, arbeiten unterwegs, schicken Nachrichten, laden Inhalte herunter. Tatsächlich steckt dahinter eine Infrastruktur, die Energie verbraucht und Ressourcen bindet. Mobilfunknetze, Rechenzentren und Endgeräte benötigen Strom, oft rund um die Uhr. Der globale Datenverkehr verursacht einen spürbaren Anteil der weltweiten Emissionen und wächst jedes Jahr weiter.

Dazu kommt die Hardware. Smartphones bestehen aus Rohstoffen wie Lithium, Kobalt oder seltenen Erden. Ihre Gewinnung ist ressourcenintensiv und hat ökologische und soziale Folgen. Trotzdem werden viele Geräte schon nach wenigen Jahren ersetzt.

Telekommunikation ist damit ein relevanter Teil unseres ökologischen Fußabdrucks, der in Nachhaltigkeitsdebatten jedoch zu kurz kommt.

Unser Ansatz: Wirkung dort, wo sie entsteht

Für uns war früh klar, dass wir nicht nur über Auswirkungen sprechen wollen, sondern dort ansetzen, wo sie entstehen.

Ein zentraler Hebel liegt im Energieverbrauch. Deshalb investieren wir seit 2024 gezielt in Windenergie, genauer gesagt in ein Repowering-Projekt. Dabei werden bestehende Anlagen durch leistungsstärkere ersetzt. So lässt sich auf derselben Fläche mehr Energie erzeugen, was effizienter und ressourcenschonender ist.

Das Besondere daran: Wir speisen doppelt so viel Windenergie ins Netz ein, wie durch die Mobilfunknutzung unserer Kund:innen verbraucht wird. Damit wird aus einem alltäglichen Produkt ein gemeinsamer Beitrag zur Energiewende, ohne Mehraufwand im Alltag.

Auch unser eigener Fußabdruck gehört für uns dazu. Diesen haben wir gemeinsam mit ClimatePartner als externem Partner auf wissenschaftlicher Grundlage analysiert und vollständig klimaneutral gestellt. Gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Emissionen weiter zu reduzieren.

Ein weiterer Bereich ist die Hardware. Längere Nutzungszyklen, reparierbare Geräte und refurbished Smartphones helfen dabei, Ressourcen zu schonen und Elektroschrott zu vermeiden.

Das sind keine perfekten Lösungen, aber konkrete Schritte, die zeigen, dass sich auch in einer etablierten Branche neue Wege entwickeln lassen.

Warum gerade Mobilfunk ein Hebel sein kann

Nachhaltigkeit wirkt oft groß und komplex. Viele Maßnahmen erscheinen kompliziert oder mit Verzicht verbunden. Im Mobilfunk ist das anders: Hier lassen sich nachhaltige Entscheidungen treffen, ohne den Alltag umzustellen. Man kann wie gewohnt surfen und telefonieren und ganz nebenbei einen Beitrag zur Energiewende leisten.

Gerade für Unternehmen liegt hier ein großer Vorteil. Sie können mit einem nachhaltigen Mobilfunkangebot im laufenden Betrieb einen Beitrag zur Energiewende leisten, ohne dafür große Transformationsprozesse anzustoßen, zusätzliche Budgets freizumachen oder personelle Ressourcen zu binden. Gerade darin liegt ein praktischer Vorteil: Verantwortung lässt sich an einer Stelle mitdenken, die ohnehin Teil des Berufsalltags ist. Gleichzeitig werden auch die Mitarbeitenden durch die Nutzung des Tarifs ganz selbstverständlich Teil dieser Nachhaltigkeitsbemühungen.

Das macht Telekommunikation zu einem Bereich, in dem Veränderung besonders einfach möglich ist und zugleich viel bewirken kann.

Teil einer größeren Bewegung

Was sich durch B Corp für uns besonders verändert hat, ist das Gefühl, nicht allein zu sein. Wir sind Teil einer Community von Unternehmen, die Verantwortung in ihren Geschäftsmodellen verankern und bereit sind, sich daran messen zu lassen.

„Die Zertifizierung ist kein Endpunkt, sondern ein Versprechen zur kontinuierlichen Verbesserung.“ Dieser Gedanke begleitet uns seither und hilft dabei, die eigenen Ansprüche realistisch einzuordnen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, besser zu werden.

Neue Standards, neue Fragen

Normalerweise erfolgt die Rezertifizierung bei B Corp alle drei Jahre. Durch die neuen regulatorischen Anforderungen und die weiterentwickelten Standards von B Lab stehen wir schon nach einem Jahr erneut vor diesem Prozess. Das ist anspruchsvoll und nach so kurzer Zeit natürlich alles andere als ein kleiner Nebenaspekt. Es bedeutet zusätzliche Arbeit und eine intensive Auseinandersetzung mit den neuen Anforderungen.

Trotzdem halten wir diese Entwicklung für richtig. Wenn verantwortungsvolles Wirtschaften ernst genommen werden soll, müssen sich auch die Maßstäbe weiterentwickeln. Verantwortung ist kein statischer Zustand, sondern lebt davon, regelmäßig genauer hinzuschauen, Bestehendes zu hinterfragen und dazuzulernen.

Telekommunikation im Wandel

Die Telekommunikationsbranche steht insgesamt an einem spannenden Punkt: Datenvolumen steigen, Technologien entwickeln sich weiter, digitale Anwendungen werden immer selbstverständlicher.

Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Unternehmen. Nachhaltigkeit wird nicht mehr als Zusatz gesehen, sondern als Teil der Verantwortung. Das betrifft auch Bereiche, die bisher wenig im Fokus standen. Mobilfunk gehört dazu.

Wir glauben, dass sich hier in den nächsten Jahren viel bewegen wird – weniger durch eine große Lösung, sondern durch viele kleine und mittlere Schritte, die sich summieren.

Unser Fazit nach einem Jahr

Ein Jahr B Corp hat uns keine einfachen Antworten geliefert. Dafür aber bessere Fragen: Wie können wir Wirkung messbar machen? Und was braucht es, damit Nachhaltigkeit im Alltag mitgedacht und mitgelebt werden kann?

Gerade dieser letzte Punkt ist für uns zentral. Denn Nachhaltigkeit entfaltet vor allem dann Wirkung, wenn sie alltagstauglich ist. Wenn sie verständlich, zugänglich und einfach umzusetzen ist, machen mehr Menschen mit. Und genau darin liegt der Hebel für echte Veränderung.

Daran arbeiten wir weiter. Schritt für Schritt und mit dem Anspruch, Verantwortung in einem Bereich zu übernehmen, der uns alle betrifft und den wir jeden Tag nutzen. Es geht für uns dabei weniger um Zertifikate oder Siegel als um die Frage, wie sich Telekommunikation verantwortungsvoller gestalten lässt und wie wir zeigen können, dass es auch anders geht.

Unsere wichtigsten Learnings nach einem Jahr B Corp

    1.Wirkung beginnt im Alltag

    Die größten Hebel liegen oft in Bereichen, die wir täglich nutzen, wie Mobilfunk.

    2.Einfachheit ist entscheidend

    Veränderung funktioniert besser, wenn sie ohne Hürden möglich ist.

    3.Transparenz hilft beim Weiterkommen

    Ein externer Blick bringt Klarheit, auch wenn er manchmal unbequem ist.

    4.Perfektion ist kein Ziel

    Es geht darum, besser zu werden. Schritt für Schritt.

    5.Veränderung braucht Tempo und Geduld zugleich

    Standards entwickeln sich weiter. Gleichzeitig brauchen echte Veränderungen Zeit.

Amiva - Stroth Holding GmbH

Amiva ist ein inhabergeführter und nachhaltiger Telekommunikationsanbieter aus Düsseldorf. Mit einem Team aus rund 50 großartigen Menschen machen wir Mobilfunk und Glasfaser jeden Tag ein Stück fairer und nachhaltiger. Weil jede kleine Veränderung zählt – und gemeinsam geht noch viel mehr!

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