NEXT GEN Stewardship: Verantwortung wirklich ins Kerngeschäft bringen.

Juli 27, 2026

Wie werden Wirkung und Verantwortung messbar – und warum ist Glaubwürdigkeit heute einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Impact-Startups? Real-Talk mit 4 B Corps beim Berliner Stopp der Impact Roadshow.

Wie gelingt nachhaltiges Unternehmertum in der Praxis? Welche Rolle spielen Purpose, Wirkungsmessung und transparente Kommunikation für Startups und Unternehmen? Antworten auf diese Fragen lieferte der Berliner Stopp der Impact Roadshow, eine Kollaboration zwischen B Lab Germany & Startups for Tomorrow.

Dort ansetzen, wo Impact und Wirtschaftlichkeit zusammenkommen

Um langfristig Wirkung zu erzielen, muss der Purpose klar definiert und fest in der DNA des Unternehmens verankert sein. Viele Start-ups geraten sowohl bei ihrer Wirkung als auch bei ihrer wirtschaftlichen Entwicklung ins Straucheln, weil sie zu viele Probleme gleichzeitig lösen wollen und dadurch den Fokus verlieren.

Aus einer klaren Vision sollte sich deshalb ein konkreter Wirkungsbereich ableiten. Dieser muss über Mission, Werte und strategische Entscheidungen in allen Unternehmensbereichen verankert werden, damit Impact nicht nur ein Anspruch bleibt, sondern zur gelebten Praxis wird.

Anna Zipse, Geschäftsführerin von Polarstern Energie, betont dabei: Impact ist ein langfristiges Vorhaben. Sowohl die wirtschaftliche Tragfähigkeit als auch die angestrebte Wirkung müssen langfristig gedacht werden, um nachhaltigen Erfolg zu ermöglichen und tatsächliche Ergebnisse messbar zu machen.

Impact kommunizieren ohne Greenwashing

Am Beispiel von Plastic Fischer wurde deutlich, wie anspruchsvoll glaubwürdige Impact-Kommunikation sein kann.

Ökologische und soziale Wirkung entsteht häufig entlang komplexer Wertschöpfungsketten und lässt sich nicht immer auf eine einzelne Kennzahl reduzieren. Deshalb braucht es nachvollziehbare Prozesse, transparente Audit Trails und zielgruppengerechte Kommunikation.

Die zentrale Erkenntnis: Nicht jede Wirkung lässt sich perfekt messen – aber jede Wirkung muss ehrlich erklärt werden.

Gerade in Zeiten zunehmender Greenwashing-Debatten wird Transparenz zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für nachhaltige Unternehmen.

Credibility schlägt Perfektion

Im Raum von everdrop stand ein Thema im Mittelpunkt, das für viele nachhaltige Marken immer wichtiger wird: Glaubwürdigkeit.

Purpose-Unternehmen verfügen häufig noch nicht über jahrzehntelang aufgebaute Markenbekanntheit. Ihr größtes Kapital ist Vertrauen.

Dieses entsteht nicht durch perfekte Nachhaltigkeitsversprechen, sondern durch eine offene Kommunikation über Erfolge, Herausforderungen und Lernprozesse. Unternehmen, die transparent erklären, wo sie bereits Wirkung erzielen und wo sie sich noch verbessern müssen, schaffen langfristig eine starke Marke – intern wie extern.

Gerade für junge Startups wird Credibility damit zum wichtigsten Wettbewerbsvorteil.

Circular Economy beginnt bereits beim Produktdesign

Wie Kreislaufwirtschaft in Startups praktisch umgesetzt werden kann, zeigte der Beitrag von GOT BAG.

Statt Produkte linear zu denken – von der Rohstoffgewinnung über Produktion bis zum Verkauf – steht die Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle im Mittelpunkt. Reparatur, Wiederverwendung, Recycling und intelligente Materialwahl müssen bereits während der Produktentwicklung berücksichtigt werden.

Praxisbeispiele wie Repair Days oder kostenlose Ersatzteile für Kund:innen zeigen, dass Circular Economy nicht nur ökologische Vorteile bietet, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann.

Das wichtigste Learning:

Wer Produkte von Anfang an für den Kreislauf entwickelt, schafft nachhaltigen Mehrwert für Unternehmen, Kund*innen und Umwelt.

Energie als Hebel für Zukunftsfähigkeit

Im Breakout von Polarstern wurde deutlich: Der größte Hebel für wirksamen Klimaschutz ist die Energiewende – und damit ein Thema, das jedes Unternehmen betrifft. Ein CO₂-Blitzlicht zeigte, wie unterschiedlich Klimawirkung bereits in Strategien und Entscheidungen verankert ist. Im anschließenden Austausch rückte Energie als Schlüssel für Emissionsreduktion, Resilienz und wirtschaftliche Stabilität in den Fokus. Ob eigene Erzeugung oder der Einkauf erneuerbarer Energien – strategische Energieentscheidungen machen Unternehmen unabhängiger von Preisschwankungen und geopolitischen Risiken. Diskutiert wurde außerdem, wie Entwicklungen wie KI den Energiebedarf verändern und warum Energiewende und Digitalisierung künftig noch stärker zusammengedacht werden müssen.

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