Lieferketten-Transparenz: Ein Meilenstein unserer B Corp-Journey

Februar 17, 2026

Durch systematisches Lieferketten-Monitoring schafft respektive1 transparente Strukturen und legt damit die Basis für noch bessere Ergebnisse auf dem Weg zur B Corp-Zertifizierung. In diesem Beitrag geben wir Einblicke in unsere Erfahrungen, teilen zentrale Learnings und zeigen, wie auch andere B Corps mithilfe starker Partnerschaften echten Wandel in ihrer Lieferkette vorantreiben können.

Die Ausgangslage: Klein, ambitioniert, vor großen Aufgaben

Unsere B Corp-Zertifizierung im Jahr 2022 war für uns kein Zielstrich, sondern der Beginn einer kontinuierlichen Weiterentwicklung. Dazu gehörte auch die Optimierung unserer Lieferkette. Weg von bloßen Absichten, hin zu messbarem Fortschritt und Transparenz in der Zusammenarbeit.

Plötzlich standen wir dabei vor Fragen, die alles andere als trivial sind:

  • Wie erheben wir relevante Daten von fast 100 Lieferant:innen, ohne an Ressourcen zu scheitern?
  • Wie motivieren wir kleine Partner und Solo-Unternehmen, uns zu unterstützen, statt sie mit Bürokratie abzuschrecken?
  • Und wie gelingt sichtbare, messbare Transparenz – für Prüfer\innen, Mitarbeitende und Kundschaft?

Um diese Fragen zu beantworten, wählten wir einen Ansatz, der auf schlanken Strukturen und starker Partnerschaft basiert. Im Mittelpunkt stand kein großes Team, sondern zwei Personen, die das Projekt maßgeblich vorantrieben. Umso wichtiger war die enge Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern wie IntegrityNext. Diese Kollaboration ermöglichte es uns, in enger Abstimmung ein maßgeschneidertes Set-up zu entwickeln, das unsere Eigeninitiative gezielt mit externer Expertise verbindet und so optimal auf unsere Anforderungen zugeschnitten ist.

Ein System, das passt

Wir wollten ein System schaffen, das weit über einfache Checklisten hinausgeht. Statt Standardlösungen von der Stange suchten wir nach einem stabilen Fundament, das unsere Prozesse präzise abbildet und für alle Beteiligten nachvollziehbare Klarheit schafft.

Der Motor für diesen Fortschritt war die intelligente Verknüpfung von digitalen Tools und methodischem Handwerk. Wir haben bestehende Strukturen hinterfragt und durch ein maßgeschneidertes Set-up ersetzt, das unsere Anforderungen im Agenturalltag perfekt bedient. Hier trafen Innovation und Praxis aufeinander: Durch den gezielten Einsatz leistungsstarker Plattformen und die Entwicklung eigener, belastbarer Methoden haben wir ein System etabliert, das jederzeit mit uns mitwachsen kann.

    Schritt 1: Automatisiertes Screening für echten Überblick

    ​​Wir haben alle 100 Lieferanten einmal komplett durchleuchtet – mit automatisiertem Länder- und Branchenscreening, das Fokus schafft, anstatt im Excel-Chaos zu enden. Wer hätte vorher gedacht, dass wir innerhalb weniger Wochen erstmals eine vollständige Risikoübersicht unserer Lieferkette haben würden?

    Schritt 2: Fokussierte Tiefe statt Gießkanne

    Gemeinsam mit unserer Partnerplattform priorisierten wir 30 besonders relevante Lieferanten und fragten gezielt Selbstauskünfte zu Themen wie Umwelt, CO2-Fußabdruck, Fairness und Diversity ab. Die Erfahrung: Je klarer und persönlicher wir das „Warum“ kommunizieren, desto engagierter kamen die Rückmeldungen.

    Schritt 3: Kollaboration und Dialog als Erfolgsfaktor

    Viele unserer Partner sind selbst kleine Firmen oder Solo-Selbstständige. Für sie ist jede neue Abfrage potenziell ein Zeitfresser. Hier macht es einen riesigen Unterschied, dass unsere Partnerplattform keine Barrieren schafft – die Nutzung ist unkompliziert und für alle Beteiligten kostenfrei.

    Noch wichtiger war uns aber der persönliche Kontakt. Wir führten Gespräche, erklärten unsere Ziele und luden zu einer gemeinsamen Reise ein – so wurde der Rücklauf bei den Selbstauskünften erstaunlich hoch.

 

 

 

„Der Mehrwert der Plattform unseres Partners IntergrityNext spielt für uns nicht nur bei Risikoanalyse und Transparenz eine Rolle, sondern hilft uns dabei, gezielt echte Veränderungen anzustoßen – bei uns und unseren Partnern. Das ist essenziell für unsere Entwicklung als B Corp.“

– Johannes Rapp, Geschäftsführer respektive1

 

 

 

 

Was wir erreicht haben: Daten, die Perspektiven schaffen

Unsere Zahlen sprechen eine klare Sprache:

  • 100 % unserer Lieferanten wurden systematisch auf zentrale Risiken geprüft.
  • 80 % unseres Beschaffungsvolumens sind mittlerweile  mit belastbaren Selbstauskünften hinterlegt. (Stand Juni 2025)
  • Die Risikoanalyse zeigt: 67 % geringes, 33 % mittleres Risiko – und damit klare Anhaltspunkte für gezielte Maßnahmen. (Stand Juni 2025)

Wir können heute nachvollziehbar zeigen, wie wir Lieferanten priorisieren und wie Nachhaltigkeitskriterien Eingang in unsere Entscheidung finden. Wer unsere Assessments absolvieren, ambitionierte Ziele für CO2-Reduktion und soziale Standards verfolgen oder sich aktiv am Dialog beteiligen, sind unsere bevorzugten Partner. Dank unserer Nutzung einer spezialisierten Monitoring-Plattform gelingen diese Prozesse für uns effizient und kollaborativ. So wächst eine nachhaltige Lieferkette Schritt für Schritt, gefeiert werden Fortschritte – nicht Perfektion.

Lieferkettentransparenz als Booster im B Corp-Prozess

Unser datenbasierter Ansatz hat sich auch in unseren Ergebnissen deutlich widergespiegelt: Wir haben unser Managementsystem weiter professionalisiert und konnten die Rezertifizierung im Jahr 2025 bereits erfolgreich abgeschlossen – und unser Ergebnis im Vergleich zur ersten Zertifizierung spürbar verbessert. Und wir haben einen zusätzlicher Ansporn, weiterhin an unserer Nachhaltigkeitsstrategie zu arbeiten.

Unsere größten Learnings für andere B Corps

 

Uns begegnen oft dieselben Fragen aus der Community: „Sind wir nicht zu klein für komplexes Monitoring?“ „Lohnt sich das überhaupt für Agenturen und Dienstleister?“

Drei Dinge möchten wir anderen B Corps mitgeben:

1. Klein anfangen, aber konsequent denken

Der Weg zu mehr Nachhaltigkeit beginnt mit dem ersten Schritt – einer realistischen Risikoanalyse. Perfektion ist kein Muss, stetiges Lernen schon. Tools wie digitale Monitoring-Tools helfen, Komplexität zu reduzieren und Dranbleiben zu erleichtern.

2. Lieferanten einbinden statt abschrecken

Erklärt euren Partnern das gemeinsame Ziel – und dass es um eine Win-Win-Situation geht. Nachhaltigkeit wächst schneller, wenn alle am Tisch sitzen – nicht, wenn nur Anforderungen diktiert werden.

3. Digitalisierung als Spielfeld für Impact

Digitale Lösungen entlasten das Team und machen Monitoring skalierbar. Am Ende bleibt euch mehr Zeit fürs Wesentliche: kreative Strategien, smarte Lösungen, nachhaltige Entwicklung.

Unser Fazit: Gemeinsames Handeln bringt nachhaltige Ergebnisse

Wir bei respektive1 sind überzeugt: Für uns bei respektive1 ist systematisches Lieferketten-Monitoring weit mehr als ein weiteres Häkchen auf der To-do-Liste. Es eröffnet uns echte Chancen: Wir erzielen bessere Ergebnisse bei der Zertifizierung, stärken unsere Reputation messbar und gestalten eine Unternehmenskultur, in der Verantwortung aktiv gelebt wird – von uns selbst und gemeinsam mit unseren Partnern.

Gestaltet eure Lieferkette mit, seid mutig, nutzt die Möglichkeiten technologiegestützter Plattformen – und tauscht euch mit der B Corp Community aus. Die beste Zeit, damit zu starten, war gestern. Die zweitbeste ist jetzt.

Lust auf Austausch zur Umsetzung oder eigene Erfahrungen? Schreibt uns gern – gemeinsam kommen wir weiter und schaffen nachhaltige Wirkung, die bleibt.

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Die vollständige Case Study findet ihr hier.

respektive1

respektive1 ist eine in Frankfurt ansässige Agentur, die auf Werbekampagnen spezialisiert ist. Von der Strategie über die Kreation bis hin zum Medieneinkauf bietet respektive1 alle Dienstleistungen rund um Kampagnenaktivitäten an. Im Jahr 2020 hat die Agentur ihr Selbstverständnis neu überdacht und begonnen, einen werteorientierten Geschäftsansatz zu verfolgen.

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