Klar im Impact, stark im Prozess – der Rezertifizierungsweg von Share

Dezember 11, 2025

Als Social Business steht share seit seiner Gründung für ein anderes Wirtschaften: transparent, verantwortungsvoll – und wirkungsorientiert.

Bereits 2018 wurde das Berliner Unternehmen erstmals als B Corp zertifiziert. Heute, sieben Jahre später, hat share die dritte Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen. Mit einem Score von 109.5 Punkten zeigt das Team: die B Corp-Rezertifizierung ist für share kein formaler Check, sondern eine Einladung zur Weiterentwicklung – intern wie extern.

Fokus auf Impact – strategisch gedacht, operativ umgesetzt

Seit der letzten Zertifizierung hat sich bei share viel getan. Im Zentrum steht dabei ein klarer Fokus auf vier strategische Wirkungsfelder: Klimawirkung, Lieferkettenverantwortung, Verpackung und soziale Projekte. In jedem dieser Bereiche wurde systematisch daran gearbeitet, Wirkung nicht nur zu erzeugen, sondern auch strukturiert zu erfassen und langfristig zu verbessern.

1. Klimastrategie: share ist dem SME Climate Hub beigetreten und hat seinen ersten öffentlichen Klimabericht veröffentlicht. Neben dem absoluten CO₂-Fußabdruck wird inzwischen auch der relative Fußabdruck gemessen – als Grundlage für konkrete Reduktionsziele. Geschäftsreisen, Bürobetrieb und tägliche Abläufe wurden kritisch hinterfragt und angepasst.

 

2. Lieferantenmanagement: Mit einer vielfältigen Lieferkette setzt share gezielt Anreize für nachhaltige Praktiken. Der Supplier Code of Conduct enthält inzwischen Commitments zur Erfassung und Reduktionszielsetzung von Emissionen, und auch kleinere Lieferanten erhalten Unterstützung beim Aufbau eigener Nachhaltigkeitsprozesse.

 

3. Soziale Wirkung: Die soziale Mission bleibt das Herzstück von share. Neue interne Tools – wie ein „Impact Manifest“ und eine klar strukturierte Wirkungsstrategie – sorgen für transparente Kriterien bei der Auswahl und Bewertung von Projekten. Die Datenbasis für die Wirkungsmessung wurde gestärkt und langfristig vergleichbar gemacht.

 

4. Unternehmensrichtlinien: Neue Policies – etwa zu ethischem Marketing oder Stillunterstützung am Arbeitsplatz – zeigen, dass Wirkung bei share nicht beim Produkt aufhört, sondern tief in der Organisation verankert ist.

Impact-Orientierung statt reiner Wirkungsmessung

Ein zentrales Thema bei share ist die Impact-Orientierung – ein strategischer Ansatz, der über klassische Wirkungsmessung hinausgeht. Statt nur zu evaluieren, was bereits passiert ist, fragt share: Wo können wir mit unseren Aktivitäten den größten positiven Unterschied machen – und was braucht es, um dort besser zu werden?

Diese Denkweise prägt besonders die Zusammenarbeit mit langjährigen Partnerorganisationen in sozialen Projekten. Viele Kooperationen bestehen inzwischen über mehrere Jahre hinweg. Das ermöglicht nicht nur eine tiefere Begleitung und Anpassung, sondern auch eine systematische Entwicklung von Indikatoren und SDG-Verknüpfungen. Gemeinsam mit Partner:innen entstehen so wirkungsstärkere Ansätze – und ein besseres Verständnis dafür, was langfristig wirkt.

Gleichzeitig setzt share auf einen bewusst gewählten Kommunikationsstil: sensibel, respektvoll, transparent. Aus einem einzelnen Punkt im B Impact Assessment entwickelte sich ein interner Prozess, in dem alle Kommunikations- und Marketingstandards neu bewertet wurden – von Produkttexten bis hin zu Projektbeschreibungen. Heraus kam ein internes Dokument, das nun als Richtschnur für Messaging in allen Kanälen dient.

Ein strukturierter Start – und ein motiviertes Team

Der Kick-off für den Rezertifizierungsprozess begann bei share frühzeitig: Bereits im August 2024 – über ein Jahr vor dem offiziellen Stichtag – startete das Team in die Vorbereitung. Warum so früh? „Viele unserer Teams haben im ersten Quartal besonders viel zu tun, mit Jahresabschluss, Audits oder Betriebsprüfungen“, erklärt Yvonne Löwenstein, Head of Impact. „Ein früher Start hat uns erlaubt, in Ruhe vorzuarbeiten.“

Statt ein großes Meeting zu machen, wurde mit jedem Team einzeln gestartet – mit klarer Einführung, geteilten Dokumenten und einem realistischen Blick auf Zuständigkeiten und Machbarkeit. Die Teamleads übernahmen Verantwortung und steuerten ihre Prozesse eigenständig. „Wir wollten nicht kleinteilig werden, sondern den Teams echte Ownership ermöglichen – das hat super funktioniert.“, so Yvonne.

Zentrales Koordinationstool war ein eigenes Asana-Board mit allen fünf Impact-Bereichen, Deadlines, Verlinkungen und Checklisten. Die Assessment-Dateien wurden zusätzlich als Google Sheets vorbereitet – mit den Fragen, alten Antworten, potenziellen Punktzahlen und einem Dokumentationsfeld. So wurde Transparenz geschaffen und gleichzeitig verhindert, dass sich Teams im Detail verlieren.

B Corp als strategisches Werkzeug

Die B Corp-Zertifizierung ist für share mehr als eine Auszeichnung – sie ist ein Werkzeug. Das Assessment liefert Impulse, hilft beim Benchmarking und bietet Anhaltspunkte, wo sich Strukturen weiterentwickeln lassen.

Ein Beispiel dafür ist der überarbeitete Code of Ethics: In den vergangenen Monaten wurde er gezielt erweitert, auf andere Dokumente abgestimmt und ins Onboarding neuer Mitarbeitender integriert. Auch neue Policies – etwa zu Ethical Marketing oder zum Thema Stillen am Arbeitsplatz – wurden erarbeitet, nicht allein wegen der Punkte, sondern weil sie kulturell und strategisch sinnvoll sind.

Und: Das BIA hilft dabei, bestehende Strukturen zu hinterfragen und in Richtung Zukunft zu denken. So analysiert share aktuell gemeinsam mit einer Masterstudentin, welche Reporting-Standards (wie GRI oder CSRD) am besten zur eigenen Wirkung passen – ein Projekt, das durch die Anforderungen der Rezertifizierung initiiert wurde.

    5 Tipps von share für andere Unternehmen

    share zeigt eindrucksvoll, wie ein strukturierter, teamübergreifender und strategischer Rezertifizierungsprozess zur echten Weiterentwicklung beitragen kann. Nicht nur im Hinblick auf die Punktzahl im BIA – sondern im Sinne einer gelebten Unternehmenskultur, die Wirkung messbar, steuerbar und kommunizierbar macht.

    Yvonne Löwenstein hat klare Empfehlungen für Unternehmen, die sich auf eine (Re-)Zertifizierung vorbereiten:

     

    #1 Frühzeitig starten – besonders bei umfangreicher Teamstruktur

     

    #2 „Die Vorbereitungssession von B Lab war super – sie hat viele Fragen beantwortet, bevor wir sie stellen mussten. Das war ein echter Boost für unseren Start.“

     

    #3 Verantwortung klar zuweisen und Dokumentation mitdenken: Änderungen seit der letzten Zertifizierung sollten nachvollziehbar belegt werden – mit Projektmanagement Tools & Trackers

     

    #4 Das BIA als Reflexionshilfe begreifen und policies strategisch nutzen – nicht als Pflicht oder Punkteoptimierung, sondern als Impulsgeber für Weiterentwicklung

     

    #5 Follow-up sichern – Themen, die angestoßen wurden, weiterverfolgen und institutionalisieren

     

share

share ist ein Sozialunternehmen, das Konsumgüter verkauft, die jeweils mit einer entsprechenden Spende verbunden sind. Durch diese direkten Spenden möchten sie den Menschen helfen, die am dringendsten auf grundlegende Güter und Dienstleistungen wie Wasser, Nahrung und Hygiene angewiesen sind.

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